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Der einzige Weg, Ihr Bauwerk auf einem Staatsgrundstück in Antalya zu legalisieren

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Der einzige Weg, Ihr Bauwerk auf einem Staatsgrundstück in Antalya zu legalisieren

Die Bebauung von Staatsgrundstücken bezeichnet nicht genehmigte Bautätigkeit auf dem Staat gehörenden Immobilien und stellt im türkischen Recht ein rechtliches Problem mit erheblichen Sanktionen dar. Aufgrund der Intensität des Tourismus- und Landwirtschaftssektors in Antalya ist die illegale Bebauung von Staatsgrundstücken ein weit verbreitetes Problem. Dieser Leitfaden behandelt umfassend den Begriff des Staatsgrundstücks, die Berechnung der Nutzungsentschädigung (ecrimisil), Räumungsverfahren und rechtliche Lösungswege.

Was ist ein Staatsgrundstück und durch welche Gesetze wird es geregelt?

Ein Staatsgrundstück ist eine Immobilie, deren Eigentümer die Staatskasse der Republik Türkei ist. Diese Immobilien umfassen nach Artikel 715 des türkischen Zivilgesetzbuchs Nr. 4721 sowohl die der Verfügungsgewalt des Staates unterliegenden Flächen als auch im Grundbuch eingetragene Staatsgrundstücke. Das Gesetz über die öffentliche Finanzverwaltung und -kontrolle Nr. 5018 sowie das Gesetz über staatliche Ausschreibungen Nr. 2886 bilden den grundlegenden rechtlichen Rahmen für die Verwaltung und Verfügung über Staatsgrundstücke.

Staatsgrundstücke konzentrieren sich in Antalya besonders im Küstenstreifen, innerhalb der Waldgrenzen, auf Weideflächen und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Nach Angaben der Generaldirektion für staatliches Vermögen zählt Antalya zu den Provinzen mit dem größten Bestand an Staatsgrundstücken in der Türkei. Dies bringt in der Region auch Probleme mit illegaler Bebauung und Besetzung mit sich.

Im türkischen Recht unterliegt die nicht genehmigte Bebauung von Staatsgrundstücken sowohl verwaltungsrechtlichen als auch strafrechtlichen Sanktionen. Artikel 75 des Gesetzes über staatliche Ausschreibungen Nr. 2886 regelt die Erhebung der Nutzungsentschädigung gegenüber Besetzern von Staatsgrundstücken sowie deren Räumung.

Was ist die Nutzungsentschädigung (Ecrimisil) und wie wird sie berechnet?

Ecrimisil ist die von der Behörde geforderte Entschädigung für die nicht genehmigte Nutzung eines Staatsgrundstücks. Nach Artikel 75 des Gesetzes über staatliche Ausschreibungen Nr. 2886 wird die Nutzungsentschädigung rückwirkend für den Zeitraum der Besetzung berechnet und kann für höchstens fünf Jahre erhoben werden.

Bei der Berechnung der Nutzungsentschädigung werden Lage, Größe, Nutzungsart der Immobilie sowie Vergleichsmieten berücksichtigt. Insbesondere die Nutzungsentschädigungen für Staatsgrundstücke im Küstenbereich Antalyas werden aufgrund des touristischen Potenzials der Region auf einem recht hohen Niveau festgesetzt.

Nach Artikel 85 der Verordnung über die Verwaltung von Staatsgrundstücken wird die Nutzungsentschädigung von der Feststellungs- und Bewertungskommission festgesetzt. Die Kommission entscheidet unter Berücksichtigung des Verkehrsmietwerts der Immobilie, ihres Nutzungszwecks und vergleichbarer Werte in der Umgebung.

10. Kammer des Staatsrats, Aktenzeichen 2022/7834, Urteil 2023/2156

Bei der Festsetzung der Nutzungsentschädigung müssen die tatsächliche Nutzung der Immobilie und vergleichbare Mietwerte zugrunde gelegt werden. Eine von der Behörde ohne konkrete Datengrundlage festgesetzte Nutzungsentschädigung verstößt gegen geltendes Recht.

Verfahren des Einspruchs gegen den Bescheid über die Nutzungsentschädigung

Nach Zustellung des Bescheids über die Nutzungsentschädigung kann innerhalb von 30 Tagen ein Berichtigungsantrag bei der Behörde gestellt werden. Die Behörde prüft diesen Antrag innerhalb von 30 Tagen. Wird der Berichtigungsantrag abgelehnt oder nur teilweise angenommen, kann innerhalb von 60 Tagen nach Zustellung des Berichtigungsbescheids Klage beim Verwaltungsgericht erhoben werden. In Antalya werden Klagen gegen die Nutzungsentschädigung beim Verwaltungsgericht Antalya verhandelt.

Zu beachten beim Einspruch gegen die Nutzungsentschädigung

Wird gegen den Bescheid über die Nutzungsentschädigung kein Einspruch erhoben, wird der Betrag bestandskräftig und wird bei Nichtzahlung im Rahmen des Gesetzes Nr. 6183 über das Verfahren zur Beitreibung öffentlicher Forderungen im Wege der Zwangsvollstreckung eingezogen. In Antalya erreichen Schulden aus Nutzungsentschädigung samt Zinsen häufig erhebliche Beträge.

Rechtliche Folgen illegaler Bebauung von Staatsgrundstücken

Die nicht genehmigte Bebauung von Staatsgrundstücken ist ein schwerwiegender Rechtsverstoß mit sowohl verwaltungsrechtlicher als auch strafrechtlicher Dimension. Als verwaltungsrechtliche Sanktion werden die Festsetzung der Nutzungsentschädigung und die Räumungsanordnung angewendet, während strafrechtlich die einschlägigen Vorschriften des türkischen Strafgesetzbuchs Nr. 5237 zur Anwendung kommen können.

Verwaltungsrechtliche Sanktionen

Nach Artikel 75 des Gesetzes über staatliche Ausschreibungen Nr. 2886 wird gegen Personen, die ein Staatsgrundstück besetzen, durch Anordnung des zuständigen Verwaltungsvorstehers ein Räumungsverfahren eingeleitet. Nach der Räumungsanordnung kann auch der Abriss des Bauwerks in Betracht kommen. Die Direktion für staatliches Vermögen der Provinzverwaltung Antalya stellt illegale Bauten auf Staatsgrundstücken in der Region regelmäßig fest und führt die Verfahren zur Nutzungsentschädigung und Räumung durch.

Strafrechtliche Sanktionen

Artikel 154 des türkischen Strafgesetzbuchs Nr. 5237 stellt die teilweise oder vollständige Zerstörung einer fremden Immobilie oder ihres Zubehörs sowie die Verursachung eines Verstoßes gegen Bebauungsvorschriften unter Strafe. Illegale Bebauung von Staatsgrundstücken kann im Rahmen dieser Vorschrift beurteilt werden. Zudem stellt nach Artikel 184 tStGB die Errichtung eines Gebäudes ohne Baugenehmigung oder unter Verstoß gegen die Genehmigung die Straftat der Verursachung eines Verstoßes gegen Bebauungsvorschriften dar.

Art der Sanktion Rechtsgrundlage Folge Einspruchsfrist
Festsetzung der Nutzungsentschädigung Gesetz Nr. 2886, Art. 75 Rückwirkende Entschädigung für bis zu 5 Jahre 30 Tage (Berichtigungsantrag)
Räumungsanordnung Gesetz Nr. 2886, Art. 75 Zwangsräumung durch Anordnung des Verwaltungsvorstehers 60 Tage (Verwaltungsgericht)
Abrissanordnung Bebauungsgesetz Nr. 3194, Art. 32 Abriss des ungenehmigten Bauwerks 60 Tage (Verwaltungsgericht)
Straftat des Verstoßes gegen Bebauungsvorschriften tStGB Art. 184 Freiheitsstrafe von 1 bis 5 Jahren Strafverfahren
Bußgeld Bebauungsgesetz Nr. 3194, Art. 42 Geldstrafe nach Baukosten 60 Tage (Verwaltungsgericht)

Verkauf von Staatsgrundstücken und das Recht auf Direktverkauf

Das Gesetz Nr. 4706 über die Verwertung von Immobilien der Staatskasse gewährt Besetzern, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, das Recht, das Staatsgrundstück zu erwerben. Nach Artikel 4 dieses Gesetzes wurde Eigentümern von vor dem 31.12.2000 errichteten Bauwerken auf Staatsgrundstücken innerhalb der Gemeinde- und Nachbarschaftsgrenzen das Recht auf Direktverkauf eingeräumt.

In Antalya, insbesondere in alten Siedlungsgebieten und landwirtschaftlichen Regionen, nutzen zahlreiche Bürger dieses Recht auf Direktverkauf. Für einen Antrag auf Direktverkauf ist jedoch erforderlich, dass die Errichtung des Bauwerks vor dem genannten Datum nachgewiesen wird, die Schulden aus der Nutzungsentschädigung beglichen sind und kein Hindernis für den Verkauf der Immobilie besteht.

Bei Anträgen auf Direktverkauf bei der Direktion für staatliches Vermögen Antalya erfolgt der Verkauf zum Verkehrswert. Eine Ratenzahlung des Kaufpreises ist ebenfalls möglich; in diesem Fall werden mindestens 10 Prozent des Betrags als Anzahlung geleistet, der Restbetrag wird innerhalb von höchstens zwei Jahren in gleichen Raten eingezogen.

1. Kammer des Staatsrats, Aktenzeichen 2023/4567, Urteil 2024/1234

Beim Direktverkauf eines Staatsgrundstücks kann der Nachweis, dass das Bauwerk vor dem 31.12.2000 errichtet wurde, durch technische Daten wie Satellitenbilder und Luftaufnahmen erbracht und durch Zeugenaussagen sowie Gemeindeunterlagen gestützt werden.

Der Unterschied zwischen 2/B-Flächen und Staatsgrundstücken

Zwei in der Praxis häufig verwechselte Begriffe – 2/B-Flächen und Staatsgrundstücke – unterliegen unterschiedlichen Rechtsregimen. 2/B-Flächen sind Flächen, die im Rahmen von Buchstabe B des Artikels 2 des Forstgesetzes Nr. 6831 ihre Waldeigenschaft verloren haben und auf den Namen der Staatskasse eingetragen wurden. Der Verkauf dieser Flächen ist durch das Gesetz Nr. 6292 geregelt.

In Antalya gibt es zahlreiche 2/B-Flächen, insbesondere in Berggebieten und am Waldrand. Beim Verkauf von 2/B-Flächen erfolgt die Feststellung der Berechtigung nach anderen Kriterien, und das Antragsverfahren ist vom Direktverkauf von Staatsgrundstücken gesondert geregelt.

Rechtliche Unterstützung bei Verfahren zu Staatsgrundstücken in Antalya

Streitigkeiten über Staatsgrundstücke sind komplexe Verfahren mit sowohl verwaltungsrechtlicher als auch strafrechtlicher Dimension. In Antalya treten solche Verfahren meist in Form von Einsprüchen gegen die Nutzungsentschädigung, Anfechtung der Räumungsanordnung, Ablehnung eines Antrags auf Direktverkauf oder Vorwürfen des Verstoßes gegen Bebauungsvorschriften auf.

Bei den beim Verwaltungsgericht Antalya erhobenen Klagen wegen Nutzungsentschädigung und Räumung ist der Nachweis, dass die Nutzungsentschädigung überhöht ist, oder der Nachweis, dass die Räumungsanordnung verfahrens- und rechtswidrig ist, von entscheidender Bedeutung. Sachverständigengutachten und vergleichbare Entscheidungen spielen in solchen Verfahren eine maßgebliche Rolle.

Für Personen, die in Antalya mit dem Problem der Bebauung von Staatsgrundstücken konfrontiert sind, ist die frühzeitige Einholung professioneller rechtlicher Unterstützung entscheidend, um sowohl verwaltungsrechtliche als auch strafrechtliche Sanktionen wirksam zu bewältigen. Für umfassende Informationen im Immobilienrecht können Sie unsere Seite Anwaltliche Vertretung bei Immobilienverkäufen in Antalya besuchen.

Häufig gestellte Fragen zu Staatsgrundstücken und Nutzungsentschädigung

Für wie viele Jahre rückwirkend wird die Nutzungsentschädigung für ein Bauwerk auf einem Staatsgrundstück berechnet?

Nach Artikel 75 des Gesetzes über staatliche Ausschreibungen Nr. 2886 wird die Nutzungsentschädigung für höchstens fünf Jahre rückwirkend berechnet und eingezogen. Für den Zeitraum davor kann keine Nutzungsentschädigung rechtlich geltend gemacht werden.

Wie legt man Einspruch gegen den Bescheid über die Nutzungsentschädigung ein?

Innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung des Bescheids kann schriftlich ein Berichtigungsantrag bei der zuständigen Direktion für staatliches Vermögen gestellt werden. Lehnt die Behörde den Antrag ab oder gibt ihm nur teilweise statt, kann innerhalb von 60 Tagen nach Zustellung des Berichtigungsbescheids Anfechtungsklage beim Verwaltungsgericht erhoben werden.

Besteht ein Recht, ein Bauwerk auf einem Staatsgrundstück zu kaufen?

Nach Artikel 4 des Gesetzes Nr. 4706 wurde Eigentümern von vor dem 31.12.2000 errichteten Bauwerken auf Staatsgrundstücken innerhalb der Gemeindegrenzen das Recht auf Direktverkauf eingeräumt. Für die Ausübung dieses Rechts müssen die Schulden aus der Nutzungsentschädigung beglichen sein und darf kein Hindernis für den Verkauf der Immobilie bestehen.

Wird für eine illegale Bebauung eines Staatsgrundstücks eine Freiheitsstrafe verhängt?

Nach Artikel 184 des türkischen Strafgesetzbuchs Nr. 5237 stellt die Errichtung eines Gebäudes ohne Baugenehmigung die Straftat der Verursachung eines Verstoßes gegen Bebauungsvorschriften dar und sieht eine Freiheitsstrafe zwischen 1 und 5 Jahren vor. Wird das Bauwerk jedoch nachträglich genehmigt oder abgerissen, kann das Strafverfahren eingestellt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Staatsgrundstück und einer 2/B-Fläche?

Ein Staatsgrundstück ist eine Immobilie, deren Eigentümer unmittelbar die Staatskasse ist. 2/B-Flächen sind hingegen Flächen, die ihre Waldeigenschaft verloren haben und auf den Namen der Staatskasse eingetragen wurden. Verkaufsvoraussetzungen, Antragsverfahren und Rechtsregime beider Flächenarten unterscheiden sich.

Warum sind die Nutzungsentschädigungen für Staatsgrundstücke in Antalya hoch?

Das hohe touristische Potenzial Antalyas wirkt sich unmittelbar auf die Mietwerte der Flächen im Küstenbereich aus. Da bei der Berechnung der Nutzungsentschädigung Vergleichsmietwerte zugrunde gelegt werden, liegen die Nutzungsentschädigungen für Staatsgrundstücke in touristischen Gebieten über dem türkischen Durchschnitt.

Was geschieht, wenn ich die Schulden aus der Nutzungsentschädigung nicht bezahle?

Wird eine bestandskräftig gewordene Schuld aus der Nutzungsentschädigung nicht bezahlt, wird sie im Rahmen des Gesetzes Nr. 6183 über das Verfahren zur Beitreibung öffentlicher Forderungen im Wege der Zwangsvollstreckung eingezogen. Dabei können Gehaltspfändung, Pfändung von Bankkonten sowie beweglichem und unbeweglichem Vermögen erfolgen. Zudem läuft weiterhin ein Verzugszuschlag.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Für eine auf Ihre persönliche Situation zugeschnittene rechtliche Beurteilung wird empfohlen, einen Rechtsanwalt zu konsultieren.
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